MARIA STUART von Friedrich Schiller

Der Streit zwischen Königin Elisabeth I. von England und ihrer Rivalin um den Thron, der schottischen Königin Maria Stuart, währt seit Jahren. Inzwischen sitzt Maria seit achtzehn Jahren in englischer Gefangenschaft. Elisabeth durchlebt die größte Krise ihrer Regentschaft: Das Drängen ihrer Berater, zu heiraten, ihr Volk, das den Kopf der blutsverwandten Königin fordert, mehrere Mordanschläge von katholischen Fanatikern auf ihr Leben und die Frage, ob sie den Präzedenzfall schaffen kann, ein gesalbtes Monarchenhaupt auf den Henkerblock zu legen, verunsichern ihre Entschiedenheit. Das Gericht der edelsten Männer Englands spricht ein klares Urteil aus und verurteilt Maria zum Tode – wenn auch nach einem zweifelhaften Prozess. Und während Elisabeth noch zögert, das Urteil zu unterzeichnen und die Hinrichtung anzubefehlen, plant der in religiösem Fanatismus verrannte Mortimer ihre Ermordung und die Befreiung der katholischen Königin. Der Mordanschlag auf Elisabeth misslingt. Schiller lässt den Polit-Krimi schließlich in einer Begegnung der Königinnen gipfeln, die es historisch so nie gegeben hat.

Bühne Damian Hitz, Kostüme Eva Krämer, Musik Patrik Zeller, Licht Andrea Leib, Dramaturgie Sonja Winkel

Elisabeth von England Christina Rubruck, Maria Stuart Nicole Averkamp, Leicester Hendrik Richter, Shrewsbury Hans Fleischmann, Burleigh Stefan Reck, Davison Steffen Gangloff, Paulet Andreas Seifert, Mortimer Martin Wißner, Aubespine Dietmar Nieder, Kennedy Karin Nennemann

Premiere 27. Februar 2015 am Theater und Orchester Heidelberg

Fotos von Annemone Taake

Ingo Berk gehöre zu den »seltenen Regie-Talenten«, die sich als »Diener der jeweiligen Dichtung« verstünden, die »Struktur und Sprachkultur eines klassischen Fünfakters ernst nehmen«, schreibt Volker Oesterreich in der Rhein-Neckar-Zeitung (02.03.2015). Auch in seiner neuesten Inszenierung, im »eindrucksvollen Bühnenbild« von Damian Hitz, vertraue er »zum einen auf die Macht der Sprache, zum anderen auf ein Ensemble, das den Sprachklang zu modulieren versteht, so dass ›Maria Stuart‹ schillert.

»Das von Ingo Berk und Ausstatter Damian Hitz im Heidelberger Theater auf die Bühne gebrachte, ganz aufs Wesentliche konzentrierte und darstellerisch hervorragende besetzte Trauerspiel wurde bei der Premiere zurecht mit Riesenapplaus bedacht«, berichtet Britta Steiner-Rinneberg im Rhein-Main-Taunus-Magazin (26.03.2015). Den großen Beifall habe es vor allem für die »fesselnde Interpretation und die ganz vorzüglich sprechenden Protagonisten« gegeben, insbesondere für Nicole Averkamp als »um ihr Leben kämpfende, bewegende und (…) anrührende schottische Königin« und Christina Rubruck, die als »ebenso machtbewusste wie verunsicherte und tief in ihrem Stolz verletzte Regentin Elisabeth« bestochen habe.