DAS HAUS AM SEE (ON GOLDEN POND) von Ernest Thompson

Das Ehepaar Ethel und Norman verbringt seit Jahrzehnten die Sommermonate am Goldenen See. Hier pflückt Ethel Beeren, um Obstkuchen zu machen, hier geht Norman angeln, hier verbrachte auch die gemeinsame Tochter Chelsea die Sommer ihrer Kindheit. Der letzte Besuch der mittlerweile längst erwachsenen Chelsea bei ihren Eltern liegt allerdings schon Jahre zurück. Der Kontakt ist zwar nicht abgerissen und zwischen Mutter und Tochter nach wie vor herzlich – doch zu schwer wiegen die Dissonanzen zwischen Chelsea und ihrem Vater, zu tief sitzt Chelseas Verletzung aufgrund des Gefühls, ihm nicht zu genügen. Der alte Patriarch leidet zwar an Gedächtnisschwäche, hat aber nichts von seiner dominierenden Kraft eingebüßt. Doch diesen Sommer – Ethel und Norman sind sich wohl bewusst, dass es ihr letzter am Goldenen See sein könnte – reist Chelsea zu ihren Eltern. In ihrem Leben hat sich vieles neu gefügt und sie bringt ihren Freund Bill mit, um ihn ihrer Mutter und ihrem Vater vorzustellen. Dessen Sohn Billy gelingt es, sofort einen Draht zu dem bärbeißigen alten Mann aufzubauen. Denn der Junge vermag etwas in ihm anzurühren, das er ansonsten hinter einer stacheligen Fassade verbirgt. Das Haus am See (On Golden Pond) handelt von der Freundschaft in familiären Bindungen, vom Wissen um die Endlichkeit – und davon, dass sich Neuanfänge bis zuletzt lohnen.

 

Bühne und Kostüme Damian Hitz, Musik Patrik Zeller, Dramaturgie Veronika Maurer

Norman Thayer Junior Michael Abendroth, Ethel Thayer Doris Weiner, Chelsea Thayer Wayne Steffi Krautz, Charlie Dominik Warta, Bill Ray Günther Wiederschwinger, Billy Ray Junior Florian Appelius

Premiere 22. September 2017 am Volkstheater Wien

Fotos von Lupi Spuma

„Inszeniert hat Ingo Berk, der sein Ensemble mit leichter, aber bestimmter Hand durch das Stück führt. Die Pointen sitzen, das Tempo und das Timing stimmen – und gemeinsam hat man aus den Figuren fein ziselierte Charaktere geschaffen. (…) Die Aufführung besticht dank Ingo Berks Regie bei aller Komödiantik durch große Wahrhaftigkeit und Ernsthaftigkeit – und vor allem durch den Charme des Darsteller-Sextett, das die Wärme und Zuneigung, die diese komplizierte Familie letztendlich doch zusammenhält, jede Sekunde spüren lässt. Ein gelungener Auftakt für die Bezirke-Tournee 2017/18, ein Abend, auf den man sich freuen kann.“ (Mottingers Meinung, 3.10.2017)

„In Wien feiert Bezirke-Chefin Doris Weiner in der Rolle der Ethel ihr 40-jähriges Jubiläum als Volkstheater-Schauspielerin. Kongenial an ihrer Seite agiert Michael Abendroth als Norman, der vor allem im Dialog mit Bill (Günther Wiederschwinger) und Billy (Florian Appelius) brilliert. Steffi Krautz als Tochter besitzt nicht nur in den komödiantischen Szenen viel Gespür. Regisseur Ingo Berk gelingt es so, vor dem detailreichen, realistischen Bühnenbild (Damian Hitz) einerseits die komplizierten Familienverhältnisse darzulegen und andererseits die Wärme und Zuneigung der Figuren spüren zu lassen.“ (Wiener Zeitung, 25.9.2017)

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