DER GROSSE GATSBY von F. Scott Fitzgerald

Um seine Jugendliebe Daisy zurückzuerobern setzt Jay Gatsby sämtliche Mittel seines anscheinend unerschöpflichen Reichtums ein. Diesen hat er in kürzester Zeit auf undurchschaubare und auch zweifelhafte Weise angehäuft, nachdem ihn Daisy vor ein paar Jahren, als er noch mittellos war, nicht heiratete, sondern den reichen Tom Buchanan vorzog.
Mit bald legendären Partys lockt Gatsby zwar alle Vergnügungssüchtigen aus dem nahen New York in seine schlossartige Villa – aber nicht Daisy. Eine Chance bietet sich durch seinen neuen Nachbarn Nick Carraway. Er ist ein entfernter Cousin von Daisy und arrangiert für Gatsby ein Treffen mit der Angebeteten. Daisy ist durch Gatsbys Charmeoffensive hin- und hergerissen, während es in ihrer Ehe ohnehin kriselt. Tom gibt sich erst gar nicht viel Mühe, seine Liebschaften zu verbergen und weiht Nick in sein Verhältnis mit Myrtle ein. Diese wiederum träumt von einem Aufstieg aus der unteren Gesell-schaftsschicht, den ihr Ehemann George Wilson ihr nicht bieten kann. Nick – der übrigens auch sein Glück sucht und seinen Weg zum Erfolg in der Finanzwelt finden will – wird zum Beobachter sich überschlagender Ereignisse, die mehr und mehr zu einer explosiven Mischung werden.

Bühne und Kostüme Damian Hitz, Musik Patrik Zeller, Licht Arndt Rössler, Dramaturgie Dorothée Bauerle-Willert

Der alte Nick Carraway Rolf Mautz, Der junge Nick Carraway David Kopp, Jay Gatsby Tobias Krüger, Daisy Buchanan Nanette Waidmann, Tom Buchanan Grégoire Gros, Jordan Baker Johanna Köster, Myrtle Wilson Rahel Jankowski, George Wilson Andreas Gaida

Premiere 22. September 2018 am Vorarlberger Landestheater Bregenz

Fotos von Anja Köhler

„Sie sind wunderbar leidenschaftlich, engagiert, fein akzentuierend, die Mitglieder des jungen Ensembles.“
(Ingrid Bertel, kulturzeitschrift.at)

„Regisseur Ingo Berk hat das Stück, das eigentlich in den 20er-Jahren spielt, in die Moderne, genauer in das Krisenjahr 2007 verlegt. Das aus gutem Grund: Denn auch damals jagten die stromlinienförmigen Erfolgsmenschen in ihrem zweifelsfreien Optimismus rastlos dem schnellen Geld hinterher, ehe die Finanzmärkte quasi über Nacht zusammenbrachen und die Blase platzte. (…) Ein gelungener Abend, der allerdings auch mit einer nachdenklich stimmenden Note versehen war.“ (Sandra Nemetschke, Kronenzeitung)

„Ein fulminanter Start. Das Vorarlberger Landestheater eröffnet mit einem begeisternden DER GROSSE GATSBY die neue Spielsaison. Die neue Intendantin beweist damit, dass sie erstklassiges Theater nach Bregenz bringt.(…) Eine Sensation ist das Bühnenbild von Damian Hitz: Eine fahrbare Bühne in der Bühne ermöglicht mittels stimmigem Soundtrack (Musik: Patrik Zeller) Rückblenden vortrefflich in Szene zu setzen. Die Dialoge sind getragen von latenter Aggression, sexualisierter Gewalt und oberflächlichem Party-Geschwätz. Das menschliche Leid trifft im Falle der Geliebten von Tom Buchanan mit archaischer, am griechischen Ur-Theater geschulter Kraft auf die Menschen. So wird Theater auch im YouTube-Zeitalter wieder relevant. Derartig dichte Momente können nur durch reale Menschen auf der Bühne geschaffen werden.“ (Wolfgang Ölz, Kath. Kirchenblatt Vorarlberg)

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